Stress

Stress - Grundlagen, AuslŲser und BewšltigungsmŲglichkeiten

4.2.3 Person

Eine Person ist durch bestimmte Dispositionen gekennzeichnet, die biologisch bedingt sein können:
Dies kann zum einen durch die Vererbung einer Disposition (z.B. Introvertiertheit) erfolgen. Zum anderen gibt es aber auch andere biologische und demographische Faktoren, wie Alter und Geschlecht, die die individuellen Dispositionen beeinflussen.[16]
Man kann die Charakteristika einer Person auf drei Ebenen zusammenfassen:

1. physiologische Charakteristika: dazu zählt z.B. die Gesundheit oder die konstitutionelle Stabilität

2. psychische Charakteristika: Faktoren, wie die mentale Gesundheit, das Temperament, das Selbstkonzept oder das Selbstwertgef√ľhl

3. kulturelle Charakteristika: gesellschaftlich erwartete Reaktionsweisen oder kulturelle Festlegung von Bedeutung[17]

Mit Ausnahme der biologischen Aspekte, werden Dispositionen auch durch Umwelt- bzw. Situationseinfl√ľsse gepr√§gt ( z.B. Erfahrung, Selbstvertrauen, etc.). Hier kommt unter anderem auch der Erziehung im Elternhaus und in der Schule eine wichtige Rolle zu.[18]
Situation und Person sind also unmittelbar miteinander verbunden. Dabei wirken die beiden Faktoren zusammen:
Wenn die Situation eine Bedrohung darstellt und die Disposition √Ąngstlichkeit vorhanden ist, wird dies zu der Reaktion Angst f√ľhren.
Des Weiteren sind Situation und Person auch wirkungsabhängig:
Stellt die Situation wieder eine Bedrohung dar, wirkt jedoch auf eine Person mit der Disposition Mut, kann die Reaktion in Form von Angriff ausfallen.
Somit wirkt eine Situation auf jeden Menschen unterschiedlich.
Schließlich beeinflussen sich die beiden Faktoren immer wechselseitig. Die Situation wird durch die Person mitgeprägt und verändert. Genauso beeinflusst aber auch die Situation die Wahrnehmung und das Verhalten der Person.
Durch die Anregung der Situation, nimmt der Mensch etwas Bestimmtes wahr, verarbeitet den Reiz und reagiert darauf durch ein bestimmtes Verhalten. Dieses Verhalten nimmt Einfluss auf die Situation und verändert sie. Die veränderte Situation wird erneut wahrgenommen, verarbeitet und durch eine weitere Reaktion verändert usw.[19]
Die Kopplung von personalen und situativen Komponenten wird auch bei den Ressourcen deutlich, welche sich auf beide Aspekte erstrecken:

[16] Vgl. Weinert, 1998.

[17] Vgl. Zimbardo & Gerring, 2004.

[18] Vgl. Weinert, 1998.

[19] Vgl. Nolting & Paulus, 1994.
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