Stress

Stress - Grundlagen, AuslŲser und BewšltigungsmŲglichkeiten

4.3.2 Das allgemeine Adaptionsyndrom

Auf der Basis der physiologischen Stressreaktionen, stellte Hans Selye eine Stresstheorie auf.
Alle Stressoren verlangen nach einer Anpassung des Organismus (Adaption). In verschiedenen Versuchen an Tieren fand Selye heraus, dass unterschiedliche Stressoren immer die gleichen Stressreaktionen auslösten.
Er zog daraus den Schluss, dass die Stressreaktionen unspezifisch und somit allgemein sind.
Die Reaktionen sind adaptiv, weil sie dem Körper helfen, mit aversiven Reizen umzugehen und sich ihnen anzupassen.
Schließlich handelt es sich um ein Syndrom, weil einzelne Reaktionen einen Gesamtkomplex an Strategien bilden.
Selye kreierte somit die Theorie des allgemeinen Adaptionssyndroms.[38]
Bei diesem Modell wird die Reaktion auf einen Stressor in drei Phasen unterteilt, was in folgender Grafik anschaulich gemacht werden soll:

Die Linie entspricht der Ebene des normalen Widerstands.

Zeit

In der Alarmphase reagiert eine Person sehr intensiv auf einen Stressor, was zum Teil auch mit Panik einhergeht. Es wird √ľberlegt, wie man dem Stressor begegnen kann.

In der zweiten Phase des Modells, der Widerstandsphase, wird der Stressor dann aktiv bek√§mpft. Die Person hat sich also f√ľr eine Reaktionsm√∂glichkeit entschieden und f√ľhrt diese nun aus. Es kann bereits in dieser Phase zu ersten Anzeichen von Angst, M√ľdigkeit oder Ersch√∂pfung kommen.

Wenn der Stressor trotz des Bew√§ltigungsversuchs weiter anh√§lt, kann die Widerstandsphase auf Dauer nicht aufrecht erhalten werden und die Person geht dann in die Phase der Ersch√∂pfung √ľber. Die Widerstandsenergie ist aufgebraucht und die Person gibt auf.[39]

Hierzu kann folgendes Beispiel gegeben werden:
Eine F√ľhrungskraft muss f√ľr den folgenden Tag einen l√§ngeren Bericht anfertigen. Nach anf√§nglicher Panik, wird sich die Person beruhigen und versuchen, alle physischen und psychischen Kr√§fte zu sammeln, um den negativen Einfl√ľssen des Stressors Widerstand zu leisten, bis sie sich schlie√ülich an die Arbeit macht.
Wenn es gelungen ist, den Bericht innerhalb der vorgegebenen Zeit abzuschließen, wäre mit der Widerstandsphase das allgemeine Adaptionssyndrom abgeschlossen. Wird dies jedoch nicht erreicht, sind nach einer gewissen Zeit die Kräfte aufgebraucht und es kann nicht weitergearbeitet werden, da eine zu große Erschöpfung eingetreten ist. Die Adaption bricht zusammen und die Symptome der Alarmreaktion tauchen wieder auf. Die Person wird krank oder stirbt.[40]

[38] Vgl. Selye, 1974, nach Weinert, 1998.

[39] Vgl. Weinert, 1998.

[40] Vgl. Weinert, 1998, S. 235- 236.
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